Liebe Gemeinde,

Ich schreibe dieses Ermutigungsmail in Windhoek/Namibia, auf meiner Heimreise. Es war eigentlich eine ganz normale Dienstreise, mit Predigtdiensten während einer Jahreskonferenz von Foursquare Namibia. Natürlich ist Afrika immer anders und auch eine Reise wert. Aber ich bin tatsächlich tief beeindruckt von der Reife der Gemeindebewegung, von dem was ich gesehen habe. Auf den ersten Blick war alles typisch afrikanisch, nämlich laut und rhythmisch, v.a. im Lobpreis (wer ein Beispiel sehen will, mag mich einfach fragen). Aber dann sangen sie ein Lied wo sie freimütig bekannten: „Wir beten auf unsere, afrikanische Weise an!“ Sie wollten nicht einfach das internationale Liedgut übernehmen, sondern ihren Weg gehen. Ein riesen Schritt heraus aus einem Minderwertigkeitsgefühl: „Ich bin was ich bin!“. Noch beeindruckender fand ich, dass sie in ihrem Lobpreisteam ganz selbstverständlich zwei Albinos und drei Blinde dabeihatten. Man sah ihnen das an, und es war nicht nur ein einfacher Anblick. (Später erfuhr ich, dass sich eine Schule für Behinderte in der Nachbarschaft befindet). Diese Selbstverständlichkeit auch die Schwachen, Behinderten und Unansehnlichen auf die Bühne zu bringen und zwar ohne großes Aufsehen, empfand ich als einen großen Beweis, dass unsere Geschwister viel von Gottes Herz verstanden haben.

„Nein, der Herr ist’s der das Urteil über mich abgibt.“ 1.Kor. 4,4

Es ist doch genau so, dass wir uns selbst und andere bewerten. Aber ist es nicht der HERR, der letztendlich entscheidet, wie du, wie ich zu bewerten sind? Das ist doch unsere Hoffnung, dass Jesus uns nicht nach unseren Schwächen, sondern nach unserem Herzen bewertet. Aber wie oft tun wir genau das? Wir bewerten andere und uns selbst. Auch sind wir so sehr von der Meinung von anderen abhängig. Lernen wir von Paulus, der uns ins „Poesiealbum“ schreibt: Bewerte dich nicht und bewerte andere nicht! Lasst uns auf Gottes Gnade hoffen und lasst uns diese Gnade teilen mit den Menschen, denen wir begegnen.

Seid gesegnet
Euer Jochen

P.S. Wenn ihr für mich beten wollt – hier meine Dienstverpflichtungen im nächsten Monat:
25.05.-02.06. Besuch Foursquare Canada und FSQ Convention in Seattle; 11.-13.06. FSQ-Vorstandssitzung in FFM

Ermutigungs-Blog Mai 2018